Haiattacken - Teil 2

Überführte “Menschenfresser” sind Gott sei Dank sehr selten und auch sie könne sich eher scheu und zurückhaltend verhalten, wie zum Beispiel die oft todbringende Aggressivität des Tigerhais (Galeocerdo cuvieri) oder des Bullenhais (Carcharhinus leucas).
Die Angriffe dieser Arten passieren selbst in flachen Gewässern, die manchmal nicht einmal einen Meter tief sind oder auch in Flüssen oder Seen landeinwärts, in die sich der Bullenhai sehr gerne begibt.
Die gezackten Zähne des Tigerhais hinterlassen unverkennbare halbmondförmige Wunden, während die rasiermesserscharfen Zähne des Bullenhais kreisrunde Stücke aus dem Fleisch reissen.

Einige der “Menschenfresser” kommen Gott sei Dank nur selten mit dem Mensche in Kontakt, wie zum Beispiel der Weissspitzenhai (Carcharhinus longimanus) oder Blauhai (Prionace glauca).
Jedoch haben sie auch schon Entsetzen unter Überlebenden von Flugzeug- oder Schiffsunglücken verbreitet, und sie übel zugerichtet.

Der gefährlichste und sicherlich der berühmteste “Menschenfresser” ist sicherlich der Weisse Hai (Carcharodon carcharias), der beachtliche Stücke aus Booten, Surfbrettern oder auch Menschenkörpern herausreissen kann.
Diese Angriffe beruhen bei ihm meist auf einer Verwechslung, früher dachte man, er verwechselt einen Menschen, der mit oder ohne Surfbrett im Wasser paddelt, mit einem grossen Meeressäugetier, jedoch orientiert er sich nach neueren Erkenntnissen mehr nach dem Geräusch, dass schwimmende und planschende Menschen erzeugen.

Bei wissenschaftlichen Versuchen, in denen man eine Menschenattrappe auf einem Surfbrett und eine geräuschfabrizierende Attrappe zeitgleich zu Wasser gelassen hat, griff der Hai immer wieder vermehrt die Geräuschattrappe an und liess das Surfbrett ausser Acht.
Deshalb beisst der Weisse Hai auch meist nur einmal zu, wendet sich dann ab und umkreist das Opfer.

Tatsache ist, dass Haie durch den Menschen wesentlich mehr gefährdet sind, als wir durch sie. Denn jährlich werden ungefähr 50 Menschen durch Haiangriffe getötet, jedoch werden jährlich hundert Millionen Haie durch Menschenhand getötet, sei es aus Jagdlust, für Nahrungszwecke oder nur als Nervenkitzel.

Durch dieses unnötige Gemetzel geraten mittlerweile einige Arten an den Rand der Ausrottung und stehen auf der Roten Liste.
Jedoch hat ein so übelbeleumundeter Fisch es wesentlich schwerer, den nationalen oder internationalen Schutz zu finden, den andere bedrohte und bejagte Tiere geniessen.
Wenn man dies alles liest, fällt es sicherlich schwer, Sympathien für den Hai zu entwickeln, doch so schrecklich manche Haibegegnungen verlaufen, sie kommen doch sehr selten vor und spiegeln nur das Verhalten sehr weniger Haie wieder.

Von 350 Haiarten können nur, wie schon weiter oben erwähnt, 10 – 12 Arten dem Menschen gefährlich werden. Selbst sogenannte “Menschenfresser” weichen dem Menschen lieber aus, als ihn zu attackieren, aber wenn der Hai sich bedroht fühlt, weil der Mensch in seinen Lebensraum eindringt, was nun mal alle Meere und Ozeane der Welt ausmacht, greift er schonmal an. Aber viele Tiere ausser dem Hai auf dieser Welt würden ebenso handeln. Und der Mensch steht nicht gerade in dem Ruf, territoriale Rechte irgendeiner Art zu respektieren, nicht mal die seiner eigenen.

Doch wenn immer mehr Menschen die Schönheit, Faszination und Einzigartikeit der Haie begreifen und deren räuberische Natur realistischer einschätzen lernen, kann noch etwas geschehen, bevor es zu spät ist.